Donnerstag, 2. April 2015

Bürokratische Hürden

Ein kleiner Einblick in die bürokratischen Hürden, mit denen wir so täglich zu kämpfen haben. Irgendeine Herausforderung gibt es ständig.

Jede/r weiß – oder kann dies zumindest mit einem Blick auf unsere Website herausfinden, dass das “Amadeus Children’s Home” durch den österreichischen Verein “Austria for Kenya Kids Support” unterstützt wird. Genau gesagt: Alle Spenden werden dort akquiriert.
In Kenia gibt es als rechtliche Grundlage den “Udhabiti Educational Trust” der das Kinderheim fördert. Als dieses vor ziemlich genau drei Jahren die offizielle Registrierung erhalten hatte (hat eh nur zwei Jahre gedauert) wurde diese leider auf Amadeus und nicht Udhabiti ausgestellt.

Das würde alles keine Rolle spielen, aber wir haben am 19.1. einen Scheck über Kshs 200.000.- (ca. Euro 2000.-) vom Ministerium bekommen, welcher auf Amadeus ausgestellt wurde, obwohl wir natürlich beim Antrag groß Udhabiti hineingeschrieben hatten. Umschreiben natürlich unmöglich.

Unsere Bank (Diamond Trust) zeigte sich nicht flexibel und so klapperten wir seit Jahresbeginn eine Bank nach der anderen ab. Letztendlich war Co-operative kooperativ :) und wir trugen alle Dokumente zusammen. Natürlich fehlte immer eine Kopie hier, eine Unterschrift da. Und als letzte Hürde wollte man einen Brief des Jugendamts haben, der bestätigt, dass es das Amadeus Kinderheim gibt.

Wir kontaktierten unsere District Children’s Officer (DCO), der wie üblich auf einem Seminar war. Und wenn der weg ist, dann ist das office mehr oder weniger geschlossen. Obwohl es eigentlich eine zweite Person gibt, aber die ist wie ein Schatten von ihm und weicht ihm nicht von der Seite. Also warteten wir bis sich das Duo bequemte nach einer Woche wiedermal im Büro voreizuschauen.
Der Brief hat ca. 10 Zeilen und könnte in 10 Minuten getippt, gedruckt und gestempelt sein. Nicht bei den kenianischen Behörden. Wir waren ja schon glücklich, dass es Strom gab, der PC funktioniert und auch noch der Drucker Tinte hatte. Bei meinen letzten Besuchen hatten wir nie das Glück das auch nur eins der drei Dinge funktionierte. Also riesen Zufall. Jetzt musste nur noch der DCO willens sein und seine kostbare Zeit opfern. Wir bissen uns während seiner üblichen Belehrungen auf die Zunge und nach 2 Stunden hatten wir den Wisch endlich in der Hand und zogen siegessicher zu Co-operative Bank.

Das Konto wurde eröffnet, es fehlte nur noch eine Suche beim Ministerium ob es uns auch wirklich gibt. Die machte die Bank, dann sollte alles passen. Mal sehen ob das Geld dann noch immer auf dem Konto ist und der Scheck wirklich durchgeht. Ich werde berichten.

Auf den Fotos ist rechts der District Children’s Officer Stephen Gitau aus Kwale zu sehen. Er bestand darauf, dass Nelson ein Foto macht, während er den falsch ausgestellten Scheck übergab.